Vierspurer

Die stillgelegte Wilhelmsburger Reichsstraße in Hamburg

 

Lehrprojekt am Institut für Freiraumentwicklung, Universität Hannover

Team: Prof. Dr. Martin Prominski, Dipl.-Ing. Verena Butt, cand.-Ing. Aline Kamke
Studiengang:
Master Landschaftsarchitektur / Diplom Landschafts- und Freiraumplanung
Laufzeit:
Wintersemester 09/10
Kooperationspartner:
internationale gartenschau hamburg 2013 (igs)
Studierende:
Katharina Bode, Eva Bönsch, Timo Forsbach, Wiebke Großgebauer, Sabrina Regener, Imke Rosskamp, Inger-Katrin Schulz,
Verena Tillmann, Friederike Ussat, Pan Yuefeng, Barbara Dobic, Kristine Prestrud, Julia Pietsch, Johannes Kohaupt, Claudia Przibylla

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Wir kennen in Sachen Straßen eigentlich nur den Neubau, wir haben uns an ein immer dichter werdendes Straßennetz gewöhnt. Wie gehen wir aber damit um, wenn eine Infrastruktur entwidmet wird? Auf der Trasse der verlegten Wilhelmsburger Reichsstraße in Hamburg wird ein 6km langer, linearer Freiraum entstehen. Wie sieht eine solche “post-infrastrukturelle Landschaft“ aus? Mit welchen gestalterischen Mitteln kann hier ein Freiraum mit noch unbekannten Qualitäten entstehen?

Die Elbinsel Wilhelmsburg ist in den letzten Jahren vermehrt in das Blickfeld der Hamburger Stadtentwicklung gerückt. Das von hetreogenen sozialen und räumlichen Strukturen geprägte Wilhelmsburg bietet der wachsenden Stadt Hamburg das Potenzial, innenstadtnahe Siedlungs- und Naherholungsflächen zu entwickeln. Mit der Internationalen Bauaustelllung (IBA) und der Internationalen Gartenschau 2013 wird die lange kaum als Wohnstandort beachtete Elbinsel mehr denn je auch öffentlich wahrgenommen werden. Welchen Anforderungen sollte ein neuer Freiraum auf der Straßentrasse gerecht werden, die mitten durch Wilhelmsburg und das Gartenschaugelände führt?

Mit Unterstützung der igs und dem ortskundigen Fahrradguide Herrn von Prondzinski vom Freizeithaus Kirchdorf haben die Studierenden die Potenziale und Probleme des Ortes erfahren können. Neben der klassischen Analyse der haben jedoch besonders persönliche Interviews mit den Anwohnern und die individuelle Erkundung und Wahrnehmung der Studierenden die Konzepte geprägt. Die Produktion und Vermittlung von Bildern eines möglicherweise neuen Freiraumtyps waren eine besondere Herausforderung für das Projektteam.

Die Ungewöhnlichkeit der Aufgabe spiegelt sich in den 5 Entwürfen wieder. Die „Grüne Ader“ sieht eine völlige Entfernung der Asphaltdecke zu Gunsten der längsten Rasenlinie der Welt vor. Die „Sukzession in Raum und Zeit“ und der „Hammerschlag“ gehen von einer räumlich und zeitlich gestalffelten Sukzessionsfolge auf der Strecke aus. Ein die Trasse umspielendes Band aus Freizeitnutzungen bringt „Inselspuren“ auf die erhaltene Reichsstraße. In einem weiteren Entwurf wird die Trasse aufgelöst; auf den neu defninierten Flächen treffen Schafe und Photovoltaik aufeinander.

 

Abbildungen 1/3/4: BOENSCH, E., DOBIC, B., PRZIBYLLA, C:. 2010. Abbildung 2:  KOHAUPT, J., PAN,Y., PRESTRUD, K.: 2010 (von oben nach unten)