Superring

Multifunktionale Freiräume

Lehrprojekt am Institut für Freiraumentwicklung, Universität Hannover

Betreuung: Prof. Dr. Martin Prominski, Dipl.-Ing. Verena Butt, cand.-Ing. Eva Bönsch
Co-Betreuung: Dipl.-Ing. Wolfgang Haller (SHP Ingenieure Hannover)
Studiengang: Master Landschaftsarchitektur / Diplom Landschafts- und Freiraumplanung
Laufzeit: Wintersemester 10/11
Studierende: Sarah Brueggmann, Jannik Darger, Isabell Garling, Marcella Hartmann, Niklas Hoepner, Linda Luettmann, Kerstin Menssen, Julia Neumann, Jan Poppensieker, Sonja Rozman, Amiyo Reinhild Ruhnke, Daniel Theidel, Sebastian Weinsberg, Cindy-Carina Wittek

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Der Stadtring Hannovers ist eine städtebauliche Ikone der Nachkriegszeit und bis heute als „Cityring“ eine Markante der  Stadtlandschaft. Die großzügig dimensionierte Infrastruktur ist derzeit monofunktional auf den Autoverkehr ausgerichtet. 2009 hat eine Studie ergeben, dass die gleiche infrastruktureelle Leistungsfähigekeit auch bei einer teilweisen Halbierung der Fahrspuren möglich ist. Diese Erkenntnis hat das Projekt aufgegriffen um in Anlehnung an die niederländischen „Superdeiche“ auf den frei  werdenden Flächen einen multifunktionalen „Superring“ zu entwickeln.



 

„Wie nähert man sich einem etwa 7km langen, die Innenstadt umschließenden, Verkehrsraum? Aus einem forschenden und entwerferischen Ansatz wurden BürgerInnnen am CityRing gebeten, diesen zeichnerisch darzustellen. Diese kognitiven Karten [...], die eine mental vereinfachte Repräsentation des  vielschichtigen Stadtraums darstellten, verhalfen zu einem interpretativen Verstehen des Raumes. Es zeigte sich, dass nur wenige den Ring als „Ring“ wahrnahmen und ihn in seiner Gesamtheit erkannten. [...] Schnitte am Ring zeigten seine Aufweitungen und Einengungen, die heterogene Nutzung an den Rändern wurde erfasst, Querungen und Vernetzungen dokumentiert, Möglichkeiten einer Reduzierung von Fahrspuren diskutiert. [...] Kann der CityRing ringförmig und einheitlich erlebbar werden? Welche Qualitäten kann seine Erhaltung als fragmentarisch und diffus aufgelöster Freiraum entstehen lassen? Bleibt der Ring trennendes Element zwischen den Stadtquartieren oder wird er zu einer Nahtstelle zwischen dem „Innen“ und „Außen“?

In der entwurflichen Bearbeitung wird versucht diese Fragestellungen aufzugreifen und Lösungsansätze zu entwickeln. DerCityRing wird vielschichtig immer auch in   seinem „Mehr“, seinem „Sowohl als Auch“, seinen Möglichkeiten mehr als nur Verkehrsraum zu sein, betrachtet. Seine Potentiale als urbanes Freiraumsystem stehen im Vordergrund. Nicht die Gebäuderahmungen, sondern das sie verbindende Infrastruktursystem des CityRings wird zur Grundlage der Entwürfe. Aus dieser „Umkehrung“ der Figur-Grund-Wirkung entstanden sowohl eher objektbezogene als auch prozess- und strategieorientierte Entwürfe. Einheitlich ist bei allen Entwürfen zu erkennen, dass sie einen neuen Blick auf den heterogen Straßenraum des CityRings erlauben und Möglichkeiten einer Weiterentwicklung aufzeigen.“

Text: RUHNKE, A. 2011 in: BRUEGGMANN, S. et al 2011: SUPERRING. Mulitfunktionale Freiräume. Projektbericht. Seite 86 f.

Abbildungen (von oben nach unten): Abbildung 1/3: RUHNKE, A., HOEPNER, N., HARTMANN, M.: 2010, Abbildung 2: Projekt Superring, Abbildung 3: GARLING, I., ROZMANN, S., WITTEK, C.: 2010.