Künstliche Topographien

Unter Tage, konvex, konkav


Exkursion des Institut für Freiraumentwicklung, Universität Hannover

Team: Prof. Dr.-Ing. Martin Prominski, Dipl.-Ing. Verena Butt, Dipl.-Ing. Anna Schwinge, Dipl.-Ing. Susanne Zeller, Dipl.-Ing. Sigrun Langner
Studiengänge:
Bachelor Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Master Landschaftsarchitektur, Diplom Landschafts- und Freiraumplanung
Laufzeit:
22. – 28. 05. 2010
Kooperationspartner:
Observatorium Rotterdam
Studierende:
Christina Bohlen, Florian Depenbrock, Tobias Dobratz, Sandra Eichler, Anna-Lena Homann, Ludger Krabbe, David Kreis, Frauke Leifert, Constantin Mähl, Hendrik Melloh, Robert Nolte, Anne Olzog, Dorothee Quentin, Johanna Renner, Franziska Schadzek, Marie-Christin Schmidt, Viktoria Schwarzkopf, Jonas Stolzen, Silke Teuber, Beate Tremp, Jacqueline Zöller

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In Jahrzehnten des Bergbaus wurden Stollen gegraben, Berge aufgeschüttet, Geländeabsenkungen in Kauf genommen, der Wasserhaushalt der gesamten Region verändert. Heute wird immer weniger Kohle abgebaut – was wird aus den Bergen, Tälern und Seen? Dieser und anderen Fragen widmete sich die Ruhrgebiets-Exkursion „Künstliche Topographien – Unter Tage, konvex, konkav“, die 2010 vom Fachgebiet Entwerfen Urbaner Landschaften am Lehrstuhl von Prof. Dr. Martin Prominski angeboten wurde.

 

Der Erkundung des Ruhrgebiets ging ein dreitägiger Workshop voran. Andre Dekker, Mitgründer der Planer- und Künstlergruppe Observatorium Rotterdam, konzipierte und begleitete den Workshop im Rahmen der „Freiluftuniversität“ auf der Halde Norddeutschland. Was wäre, wenn die derzeit öffentlich zugängliche Halde plötzlich privatisiert würde? Die Studierenden hatten die Aufgabe, private, aber dennoch öffentlich zugängliche Gärten zu schaffen. Die Ergebnisse wurden in Interventionen vor Ort präsentiert. Thematisiert wurde das Erkunden des Raumes, die Wahl des Ortes für einen Garten, der Bezug des Gartens zum Landschaftsraum, Grenzen und Übergänge, Identifikation und Zuständigkeiten an der Schnittstelle zwischen privatem Besitz und öffentlicher Nutzung.

Im Anschluss erkundeten die 23 Studierenden das Ruhrgebiet mit Rad, Bus und Bahn. Es wurden Halden erklommen und Bergbautechniken „Unter Tage“ besichtigt. Soziale, städtebauliche und landschaftliche Auswirkungen des Bergbaus wurden in fachkundigen Führungen erläutert. Einen thematischen Fokus bildete das komplexe Wassersystem der Bergbaulandschaft. Die Exkursion führte zu einem Bergsenkensee, in ein Grundwasserpumpwerk und der Emscher als das zentrale Wasserelement der Region. Die sich von einer Kloake zu einem „blauen Fluss“ wandelnde Ader des Ruhrgebiets zeigt nicht nur die weitreichenden Folgen topographischer Veränderungen, sie steht auch für den sich vollziehenden Strukturwandel.

Bilder: BUTT, V. 2010