Stadtsurfer, Quartierfans&Co.

Stadtkonstruktionen Jugendlicher und das Netz urbaner öffentlicher Räume

Forschungsprojekt am STUDIO URBANE LANDSCHAFTEN, Bearbeitung: Institut für Freiraumentwicklung, Universität Hannover

Team: Leitung: Hille v. Seggern, Bearbeitung: Anke Schmidt (Projektkoordination), Börries v. Detten, Claudia Heinzelmann, Henrik Schultz, Julia Werner, Beratung: Ulfert Herlyn, Timm Ohrt
Laufzeit: 06/2005 – 12/2007, abgeschlossen
Auftraggeber: Wüstenrot Stiftung
Kooperationspartner: -
weiterführende Informationen: Wüstenrot Stiftung (Hrsg.) | STUDIO URBANE LANDSCHAFTEN (Autoren von Seggern, H.; Schmidt, A.; von Detten, B. Schultz, H.; Werner, J.; Heinzelmann, C.) 2009: Stadtsurfer, Quartierfans & Co – Stadtkonstruktionen Jugendlicher und das Netz urbaner öffentlicher Räume, Jovis Verlag, Berlin

 

Viel zu wenig ist bekannt, welche Qualitäten einerseits und welche Defizite und Restriktionen andererseits Jugendliche in den öffentlichen Stadträumen vorfinden. Dieser Frage ging das Forschungsprojekt der Wüstenrot Stiftung in einem interdisziplinären Team aus Landschaftsarchitektur, Architektur, Soziologie und Städtebau nach. Mit neuen Herangehensweisen zeigt das Projekt, welche eigenen Impulse Jugendliche für eine Praxis von Stadtentwicklung liefern könnten, die ihre Bedürfnisse besser erkennt und berücksichtigt.

Wie nutzen Jugendliche heute ihre Stadt? Wie nutzen sie urbanen Raum, welche Städte konstruieren Jugendliche für sich? Wie verbinden sie verschiedene Räume miteinander? Welche Vorstellung, welche Wahrnehmung von Raum und von Stadt haben sie dabei?

Das Projekt untersuchte die Zusammenhänge und Vernetzungen zwischen den verschiedenen öffentlich nutzbaren Räumen in Städten und ihre Nutzung und Wahrnehmung durch Jugendlichen am Beispiel der Stadt Hannover. Wesentliches Ziel war es, über die Untersuchung der eher unspektakulären Raumpraxis der Mehrzahl der Jugendlichen Konsequenzen für die Praxis aufzuzeigen. Eine Grundannahme der Studie ist es, dass Menschen – in diesem Falle die Jugendlichen – ihren Stadtraum eher als einen permanenten Prozess wahrnehmen, entwerfen und realisieren, denn als ein statisches Gebilde: ein multidimensionales Geschehen.

Die  entwerferische Forschung erfolgte „durch die Augen der Jugendlichen“. Dafür wurden von und mit Jugendlichen dreier Jahrgangsstufen einer innerstädtischen Schule Karten ihrer Raumaktivitäten gezeichnet, Tagesabläufe differenziert dargestellt, sowie Modelle von ihrem Hannover an Schultagen und am Wochenende gebaut, Interviews und begleitende Beobachtungen durchgeführt. In einem Experiment, das im Rahmen der Forschung in der zentralen U – Bahn Station Hannovers durchgeführt wurde, wurden Fragen und Möglichkeiten zu Veränderungen im Raum 1:1 getestet.

Im Ergebnis konnten so fünf unterschiedliche Typen jugendlicher Raumkonstruktionen herausgearbeitet und Grundsätze und Schlüsselstrategien für den zukünftigen raumbezogenen Umgang mit den Bedürfnissen von Jugendlichen in der Stadt formuliert werden.