Klimahäuser Haulander Weg

Städtebaulich-freiraumplanerisches Workshopverfahren, 2. Rang

Praxisprojekt osp urbanelandschaften, Hamburg

Team: Hille von Seggern, Christiane Diehl, Sabine Rabe, Timo Thorhauer
Laufzeit:10/2009 –02/2010
Auftraggeber: IBA Internationale Bauausstellung Hamburg GmbH
Kooperationspartner: LRW Architekten und Stadtplaner Loosen, Rüschoff + Winkler, Hamburg, TSB Ingenieurgesellschaft mbH, Darmstadt, Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH, Hamburg
weiterführende Informationen: IBA Hamburg (Hrsg.) 2010: Klimahäuser Haulander Weg. Dokumentation, Hamburg

http://www.iba-hamburg.de/de/01_entwuerfe/6_projekte/projekte_klimahaeuser.php

 

Ein neuer Umgang mit dem Landschaftsbild durch einen neuen Typus von Siedlungsstruktur, die sich an die umgebende Marschenlandschaft anpasst und eine optimale Infrastruktur bezogen auf die Themen Wasser und Energie anlegt waren das Thema dieses Workshopverfahrens. Die Landschaft rund um die Wilhelmsburger Wettern wird als komplex-produktives Anbauland, Infrastruktur-, Wassermanagement-, Wohn-, Freizeit- Erholungs- und Wegeraum begriffen.

Alle Wiesenflächen werden zu Marschland und dienen sowohl als flexibler Gemeinschaftsraum als auch temporärer Stauraum für Wasser. Wasser, das nicht verdunstet oder versickert, wird über ein feines Beetgrabenraster oberflächig den Wettern zugeleitet. Diese Neuinterpretation der Kulturlandschaft erlaubt, dass sich private Gärten, Gemeinschaftsgärten, Felder für Freizeit und Sport, Picknick, Badeflächen oder Holzdecks einfügen. Die jeweiligen Pflanzenreinigungsfelder für Grauwasser liegen an den Übergängen von Warft zu Marschland wie ein Saum.

Die Übergangsräume zu den angrenzenden Gebieten werden als produktive Ränder begriffen: Im Westen das Energieband und die mit Baumpflanzungen deutlich aufgewertete Georg-Wilhelm-Straße, im Süden die Biomassenpflanzung mit Biogasanlage und Verockerungssedimentation, im Osten die Anbindung an die Hauptwegeachse und Kleingärten als Lebensmittel- und Biomassenproduktion und im Norden der Eingangsraum mit Kita, Gemeinschaftsladen, Quartiersplatz sowie Verockerungssedimentationsbecken.

Die Trasse der ehemaligen Wilhelmsburger Reichsstraße als neues lineares Rückgrat des igs-Parkes wird Teil des vorhandenen Europaradweges und bis zur Süderelbe fortgeführt. Es entwickelt sich ein abwechslungsreicher Raum für Fußgänger, Radfahrer, Skater und Reiter, der zudem Platz für unterschiedliche Veranstaltungen (igs-Lauf, IBA-Marathon, Vattenfall-Cyclassics, Kleingartenmarkt) bietet. Insgesamt wird an das externe vorhandene Straßen- und Wegenetz und das igs-Rundwegenetz angeschlossen und intern über Wohnstraßen, Wohnwege, Stege mit Ausblicken, Brücken und Wasserantritten verbunden.